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Herbert Pfaff: Heute habe ich "Geburtstag"
Am 17. Juni jährte sich der Tag der Verurteilung unseres Kreisverbandsmitglieds Pfaff, der nach der "Untersuchungshaft" in Hohenschönhausen am 17. Juni zu drei Jahren politischer Haft verurteilt wurde.
Er und Frau Schönherz erläuterten uns ihren Alltag als Gefangene im Untersuchungsgefängnis für die sogenannten "Politischen" der DDR.
Neben den Transportzellen in Hundebox-Größe auf dem Barkas 1000-Transporter hinterließen die unterirdischen Dunkelzellen und auch die von der Sowjetunion genutzte Wasserfolter bleibende Beklemmung.
Häftlinge wurden nicht mit Namen angeredet, sondern erhielten Nummern zugeteilt.
Kein Häftling bekam während seiner gesamten Untersuchungshaft jemals einen anderen Häftling zu Gesicht, es sei denn es war ein verdeckter Ermittler, der die so erzeugte spontane Redseligkeit ausnutzen sollte.
Ampelsysteme in den Gängen sorgten dafür, dass keine zufälligen Begegnungen auf den Fluren erfolgten.
Der Begriff Isolationshaft, wie er in Stammheim an Terroristen praktiziert wurde, verliert hier seine Bedeutung, so Pfaff.
Die Überwacher der Überwacher
Eine gewisse Genugtuung verschaffte es den Zuhörern, als Herr Pfaff schilderte, dass auch die vernehmenden Staatssicherheitsoffiziere selber mit geheimen Kameras und Tonbändern von ihren Vorgesetzten überwacht wurden.
Auch einer der letzten prominenten Insassen sorgte für Überraschung: Erich Mielke selbst saß nach der Wende hier ein.
Widersprüchlicher Weise hatte er sich jedoch über die ihm sicherlich vertrauten Haftzustände massiv beschwert.
Vielleicht hätte er seinen unfreiwilligen Besuch wesentlich früher antreten sollen.
Nachbesprechung
Nach der Rückfahrt im Reisebus besprachen wir unsere Erlebnisse in der Gaststätte "Meininger" gegenüber dem Schöneberger Rathaus.
An diesem Tag hat ein Teil unserer Nationalhymne für uns besondere Bedeutung erhalten - Einigkeit und Recht und Freiheit.
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